Lateinamerikanische Immigrantinnen und ihre Integration in den deutschen Dienstleistungssektor
Julia Paz de la Torre
Seit Ende der 80er Jahre sind internationale Migrationbewegungen zu einer
brisanten politischen Thema in den Ländern der EU geworden. Denn
seitdem ist die europäische Abschottungspolitik extrem verschärft worden.
Die Ausländergesetze wurden geändert, Visa Pflicht und strikte Kontrollen
an den Grenzen wurden eingeführt - mithilfe von Computertechnologien
wurden unsichtbare Mauern errichtet, um die unerwünschten
Ausländer/innen immer Visier zu haben. Trotz all dieser Kontrollen besteht
in Europa eine große Nachfrage nach billiger weiblicher Arbeitskraft von
Immigrantinnen in der Industrie und dem Dienstleistungsbereich
(Straßenverkauf, Gastronomie, Arbeit in privaten Haushalten, Reinigung,
Kinderbetreuung, Altenpflege und Sprachunterricht). Die billige Arbeitskraft
der "unsichtbaren", "irregulären", "sans Papier" Arbeiterinnen ohne soziale
Kosten trägt zum ökonomischen Wachstum des informellen Sektors bei.
In den letzten Jahren hat die Arbeitsmigration von Männern nachgelassen.
Der deutsche Arbeitsmarkt braucht vor allem Frauen für den
Dienstleistungssektor. Auch für die lateinamerikanische Bevölkerung trifft
diese Beobachtung zu. Lateinamerikanerinnen immigrieren zum einen als
Ehefrauen deutscher Männer, zum anderen, weil ihre Arbeitskraft vor allem
für Arbeiten, die mit der häuslichen Sphäre verbunden sind, gebraucht
wird: Reinigung, Kinder- und Altenpflege und auch Sexarbeit.
Im folgenden werden wir zunächst die Gründe untersuchen, warum die
Lateinamerikanerinnen in Deutschland leben und dann zeigen, wie sie in
den Arbeitsmarkt integriert sind. Anschließend ziehen wir daraus einige
Schlussfolgerungen.
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